Eine chinesische Mythe

Eine chinesische Mythe

Auf Aquarellpapier, ausgeführt mit goldfarbenem Leinölstift, Tusche und Bleistift, entfaltet sich eine symbolisch aufgeladene Bildwelt zwischen Mythos und Wirklichkeit. Im Zentrum steht ein Huhn im Mond, das das Weltliche verkörpert – ein bewusstes Spiel mit Erwartungen, denn eigentlich gehört das Irdische zur Erde, nicht in den Himmel.

Darunter liegt ein schlafender Hase, umgeben von konzentrischen Kreisen, die als verbindendes Element zwischen Himmel und Erde wirken. In einer chinesischen Mythologie lebt der Hase im Mondpalast – hier jedoch ist seine Rolle vertauscht: Er befindet sich auf der Erde, während das Haubenhuhn, Sinnbild des Weltlichen, den Platz im Mond einnimmt. Diese bewusste Umkehr schafft eine spannungsreiche Symbolik zwischen Spiritualität, Alltag, Traum und Realität.

Die feinen Linien der Tusche, die zarten Bleistiftstrukturen und die goldenen Akzente verleihen dem Werk eine ruhige, fast meditative Ausstrahlung. Es entsteht ein Bild, das zum Nachdenken über Ordnung, Mythos, Identität und die Verbindung zwischen den Ebenen des Seins einlädt.
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